Dienstag, 1. September 2026

013 Wieder zurück in Las Terrenas


Ich ging wieder zurück nach Las Terrenas, wo ich wieder bei den Fischern von Las Terrenas im Haus von Martha und Vidal wohnte. Es war ein klitzekleines 1-Zimmer Appartement, das ich mir gemütlich einrichtete. Ich muss noch nachtragen, dass ich mein Hündlein Pedroli, das während meiner Auszeit in Sosua bei der Familie von Raymonde war, jetzt wieder bei mir hatte. Und da es in meinem Appartement keinen Platz für ihn gab, bewachte er meine Haustür von seiner Schlafstelle auf der Gangway aus. Dafür konnte er mich jetzt immer begleiten, sowohl am Strand, als auch im Cafe Francais. Das gefiel ihm sehr, hatte er mich jetzt ganz allein für sich. Und er genoss besonders meine Streichel einheiten, so wie ich es genoss, regelmässig dort meinen Kaffee zu trinken..

Die Wohngemeinschaft befindet sich in einem Haus gegenüber der Farmacia NAYARIT. Dort gab es inzwischen einige Veränderungen. Adrien war bei einer Reise nach Haiti verstorben und Jodny, sein Sohn starb ebenfalls in Haiti. Dafür war dessen Sohn Clifford in der Wohngemeinschaft eingezogen. Raymonde hatte nach Steki und Chichi inzwischen ihr drittes Kind Susanna bekommen, ein süsser kleiner Fratz. Der Vater wohnt in Santo Domingo, kümmert sich aber garnicht um das Kind. Stecki, Clyfford und Chichi gingen jeden Tag zur Schule, d.h. ich hatte es übernommen, sie morgens mit meiner Pasola zur Schule zu bringen, denn es galt als gefährlich, Kinder allein zur Schule gehen zu lassen. Im übrigen passte Stecki gut auf ihre kleine Schwester auf.

Am Tor zum Schulhof liess ich die beiden Mädchen dann alleine gehen. Clyfford kam ja aus Port au Prince, wo kein spanisch, sondern französisch gesprochen wird. Er ging auf eine andere Schule für haitianische Kinder, wo zusätzlich spanisch gelehrt wurde.

Mama Madou geht jeden Sonntag in die Kirche. Und dann zieht sie nicht nur sich selbst, sondern auch die Kinder besonders schön an.

Mama Madou gehört der Baptisten-Kirche an, also geht sie auch in eine Baptistenkirche in Las Terrenas. Und die beiden Kinder sehen ja auch sehr herzig aus in ihren luftigen Kleidchen.

Auf dem 19.Breitengrad, wo immer Sommer ist, da herrscht Lebensfreude pur, so auch in der Dominikanischen Republik. Die Menschen lieben es, abends erst richtig wach zu werden, draussen zu sitzen, Musik zu machen, zu singen und das Dasein mit Cuba Libre, Mojito oder Caipirinha zu feiern. Ich bin gerne so gegen 23 Uhr mit Raymonde in die Bodega Bar zum Tanzen gegangen. Es war für uns beide sehr inspirierend. Hier war immer eine ganz spezielle Stimmung. 

Mittlerweile kannte man sich und freute sich, einander wieder begrüssen zu können. Die Lieder, die gespielt wurden, waren eigentlich meistens die gleichen, aber das störte niemanden. Ich tanzte gerne alleine und bin dann auf sie zu getanzt, und habe sie zum Tanzen herausgefordert. Sie sass jedoch am liebsten an der Bar und trank ihren Caipirinha. So verging das Jahr 2013 mit Musik, Gesang und Tanz und natürlich mit dem Leben an der Playa Punta Popi.


Bei Gernot im Palmengarten

Ich hatte Gernot Engel im 2009 kennen gelernt, als Bernd Appel in Gernots Palmengarten wohnte und wir ein Projekt mit einander besprachen, den Las Terrenas Travel Club. Der war als Kontakt-Plattform für Samana-Reisende gedacht, wurde aber nicht realisiert, warum auch immer.

Ich traf Gernot ab und zu im Café Francais und er bot mir das kleine Haus in seinem Palmengarten als Wohndomizil an, was ich gerne annahm. Das Häuschen hatte mir sofort gefallen, ein Einzimmer-Haus mit einfacher, aber zweckmässiger Einrichtung. Es war alles da, was man brauchte. Auf der gedeckten Veranda richtete ich mir eine Tagesliege mit Moskitonetz ein, Da konnte ich auch mal draussen schlafen, wenn es drinnen zu heiss wurde. Es war ein sehr praktisches Refugium und etwas ganz besonderes, in solch einem wunderschönen Palmengarten wohnen zu können, bewacht von zwei grossen Hunden.

Gernot und ich verstanden uns gut. Er kam auch aus Münster und so hatten wir sofort einen guten Anknüpfungspunkt für unsere Gespräche. Er war Architekt und Baumeister, was man seinem eigenen Wohnhaus auch ansehen konnte, eine weitläufige moderne offene Wohnanlage, in die Palmenumgebung hinein gebaut. Der Palmengarten war unglaublich schön, die grossen Palmen ragten hoch in den Himmel und vermittelten den Eindruck von majestätisch-elementarer Schönheit. Gernot hatte in seinem Palmengarten zwei Papageien.Pärchen, die in einem grossen Freigehege fliegen konnten und nicht nur schön aussahen, sondern sich auch laut bemerkbar machten. Ich habe nicht herausgefunden, ob das ihre Unterhaltung war, ob sie Hunger hatten oder ob sie nur mitteilen wollten, dass es sie auch noch gab. 

Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist die Kommunikation im Internet. Die nur
minimalistische digitale Infrastruktur war die einzige Schwachstelle an und in diesem einzigartigen Refugium. 
Es war eine wunderbare, aber nur kurze Zeit in Gernots Palmengarten. Ich habe diese Zeit sehr geniessen können. Aber das nur unzureichende Internet und, das musste ich leidvoll feststellen, die Moskitoplage war auf die Dauer nicht erträglich. Das Häuschen hatte eine sagenhaft gemütliche Terrasse. Im Moskitonetz ein Mittagsschläfchen unter dem Palmendach und inmitten von exotisch-schönen Prachtsblumen zu halten, war ein ganz einmaliges Erlebnis, und ich hatte das jeden Tag, begleitet von den vorlauten Unterhaltungen der Papageien.

Aber nur faulenzen und im Internet herumhängen, das war nicht mein Ding. Ich schaute täglich nach meiner haitianischen Wohngemeinschaft. Das waren eigentlich nur Mama Madou, Raymonde, Alvin, die Kinder und Pedroli, den ich wegen der Doggen bei der Familie lassen musste. Jodny, Adrien und Pastor Joseph waren gestorben und Dra. Junette lebte in Port au Prince. Und dann war da neu die kleine Susanna, ein ganz herziges kleines süsses Geschöpflein.



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