Alles, was ich hier beschreibe, sind meine Begegnungen mit Menschen auf der Insel Hisaniola, die dort leben oder gelebt haben. Ich habe mich bemüht, diese Begegnungen so zu gestalten, dass sie jedes Mal in ihrem Dasein danach ein wenig glücklicher waren. Vielleicht ist dies nicht immer ganz gelungen, was ich ausdrücklich bedaure. Ich hatte einige Freunde, von denen ich hier berichten möchte. Da ist zunächst meine liebe Freundin Sylvie Bisser, eine Neurologin aus Strasbourg, die in einem wunderschönen Haus auf der Loma Vanderhorst wohnte, aber zumeist nicht zuhause war, weil sie einen Forschungsauftrag über die Schlafkrankheit in Guayana von der Bill Gates Stiftung hatte.
.1 Sylvie und ihre Freunde auf der Loma Vanderhorst
Die Loma Vanderhorst ist einer der
vordersten Hügel über Las Terrenas, mit einem herrlich-weiten Blick
über das Flachland auf das Meer, mit direktem Ausblick auf den
Golfplatz hinter der Playa Ballenas. Dort auf dem Berg hat Sylvie aus
Strasbourg ihr wahrlich traumhaft schönes Haus, in dem ich auf ihre
Einladung hin für 3 Monate gewohnt habe. Sie lud gute Freunde ein,
in ihrem Haus zu wohnen, wofür diese dann auf ihr Haus achteten, damit
es stets bewohnt ist und nicht leer steht. Zudem hatte sie einen
Verwalter angestellt, der auch die Gartenanlagen gepflegt hat. Sylvie
war eine bezaubernde, angenehm-fröhliche Erscheinung, die auf mich
eine starke Anziehungskraft ausgeübt hatte und sie war mir mit ihrer
kleinen Tochter Iris in herzlicher Zuneigung begegnet. Ich war für
sie so etwas wie ein technischer Berater in allen Lebensfragen und
habe auch kleinere Unterhaltsaufgaben für ihr Haus in die Wege
geleitet. Sylvie hätte es gerne gesehen, wenn
ich länger dort gewohnt hätte, und ich hatte das auch ernsthaft in
Erwägung gezogen, aber ich zog es doch vor, direkt am Meer zu
wohnen, um stets in direktem Kontakt mit La mère, dem Geist der Erde
sein zu können. Sylvies Haus ist total verborgen im
satten Grün der Vegetation, man sieht nur die Dachkonturen. Das
bedeutet absolute privacy in der Natur, etwas für Naturliebhaber. Es
ist so an den Hang gebaut, eingebettet in eine paradiesisch-schöne
Pflanzen-, Strauch- und Baum-besetzte Gartenanlage, dass es nicht
frei zugänglich ist und man sich nur telefonisch anmelden kann.
Bei Sylvie habe ich meine lieben Freunde Alex und Stefan kennen gelernt. Alex ist Architekt, Maler und Weltreisender, der auf Hispaniola genauso zuhause ist, wie in Indien, Polynesien, Madagaskar und Griechenland. Alex hat ein erfinderisch-technisches Händchen, alles, was er in die Finger nimmt, gestaltet sich wie von selbst. Gemeinsam mit Freund Stefan und Carlos haben sie nicht nur Sylvies Haus gebaut, sondern auch ein Nachbarhaus grosszügig gestaltet, das wie ein maurisches Märchenschloss aussieht.
Zudem haben Alex und Stefan ein Segelschiff gebaut, aus Aluminium, das unverwüstlich ist
und mit dem Stefan anschliessend im Korallen-besetzten Pazifik unterwegs war. Bei Sylvie habe ich auch Carlos, einen Allrounder näher kennen gelernt. Carlos hatte nicht nur beim Bau des Hauses mitgewirkt, sondern auch den Garten gestaltet und nachher die Anlagen in Schuss gehalten. Die drei Monate, die ich in Sylvies Haus gewohnt habe, waren einfach traumhaft. Das Haus ist architektonisch und handwerklich unvergleichlich gebaut. Und die üppige Vegetation gibt ein Gefühl von paradiesischer Schönheit. Sylvies Haus ist einmalig schön gestaltet. Es vermittelt ein besonderes feeling. von exquisitem lifestyle für Menschen mit generöser Lebensentfaltung. Wer hier wohnt fühlt sich Eins mit Mutter Natur
Mit
Alex bin ich nun schon seit vielen Jahren befreundet. Er gehört zu
den hard working people, ist ein echter selfmade man und liebt es
über alles, extreme Sportarten zu betreiben. Ich fühle mich tief
mit ihm verbunden. Alex hat oberhalb von La Ceiba ein eigenes Haus seit 2001 auf
einer Loma, einem Bergesrücken mit weitem Blick über die Hügel hinweg auf das Meer.
Alex gehört zu den Menschen, die sehr unternehmungs- und
abenteurlustig sind. Es triggert ihn kolossal, sich stets auf Neues
einzulassen. Er hat sich vollends den Elementen Feuer, Wasser, Luft
und Erde gewidmet um in und mit diesen zu leben.
Mein lieber Freund Carlos hat mich die ganzen 14 Jahre auf der Insel mit Rat und Tat begleitet. Er ist
nicht nur handwerklich ausserordentlich begabt, er macht auch sämtliche Arbeiten in Haus und Garten, gestaltet die Natur-Hausumgebung und sorgt für Betrieb und Unterhalt der Hausanlagen, wenn die Besitzer nicht anwesend sind. Er hat beim Bau von Sylvies Haus mitgearbeitet und er hat mir geholfen, einen alten Bootssteg aus Beton an der Playa Bonita abzubauen, als ich dort für die Schweizer Häuser die Verwaltung hatte.
Mit Freund Carlos verbindet mich eine tiefe Freundschaft, obschon er inzwischen in Chile wohnt und sich dort eine neue Existenz aufgebaut hat.
.3 Meine liebe Freundin Angela
Ebenfalls an der Playa begegnete ich oftmals Angela mit ihrer Hündin Lisa, die meinen Pedroli ganz fest ins Herz geschlossen hatte. Angela und ich waren uns herzlich freundschaftlich zugetan. Angela liebte es, allein an den kilometerlangen Stränden von Las Terrenas entlang zu spazieren und dem Leben an der Playa zuzuschauen. Unsere Hündlein spielten im Meer so schön mit einander, dass auch wir unsere Zeit gerne mit einander im Meer verbrachten. Angela lebte allein und ich begegnete ihr immer wieder per Zufall an der Playa.
Darüber gefiel es ihr, sich mal hin und wieder einen Drink zu genehmigen oder auch zwei und des öfteren auch drei oder mehr. Sie hatte sicher ihren Kummer, den sie dann beim Gügeln ertränken musste. Angela war äusserst hilfsbereit. Sie hatte Freude daran, den Mitmenschen zu helfen, wo sie nur konnte. Ich trage noch heute einen silberfarbenen Pullover, den ich von ihr einmal geschenkt bekam. Dieser erinnert mich jedes Mal an sie, wenn ich ihn trage. Angela hat immer ein sehr zurückgezogenes Leben geführt. Sie war eher still und genügsam, stets freundschaftlich und mitfühlend, kurz, eine gute Freundin. Ich wünsche Angela an dieser Stelle alles Liebe, Gute und Schöne. Liebe Angela, ich denke noch oft an dich und an die vielen gemeinsamen Momente, die wir zusammen haben durften. Leb wohl, liebe Angela.
.4 Mein Freund Claudio
Mit meinem Freund Claudio verband mich eine besondere Freundschaft. Ich lernte ihn kennen, als er mit seinem Motorrad unmittelbar vor mir einen Unfall hatte. Der Verursacher hatte sich nach dem Unfall aus dem Staub gemacht und ich half Claudio beim Verarzten seiner Schrammen an Armen und Beinen. Claudio kam aus Deutschland und blieb stets nur einige Monate auf der Insel. Er liebte die Frauen noch mehr als sein Bierchen, das er täglich zumeist in der Mojito Bar am Palapa Beach zu sich nahm. Zudem trafen wir uns des öfteren in der Bodega Bar zum Tanzen. Claudio war ein echter Draufgänger und wohnte in der Wohnanlage von Pino de Austria an der Strasse zur Playa Bonita. Claudio war ein knallharter Brocken. Er war pensionierter Berufsoffizier mit Dienstgrad Unteroffizier und Ausbilder in der Bundeswehr. Das machte es vielen seiner Mitmenschen schwer, mit ihm umzugehen. Ich aber hatte keine Mühe damit, irgendwie hatte ich ihn gerne. Auch war es immer ein besonderes Vergnügen, mit Claudio ein Bierchen in der Mojito Bar zu trinken. Ich bin ja eigentlich kein Bier-Trinker, aber ich hatte einfach Spass mit Claudio und konnte mich ungemein anregend mit ihm unterhalten und über interessante Themen plaudern. Man beachte bitte meine geschwollene Hand, das kommt von einer Chicunguña-Erkrankung infolge von Moskitostichen.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, es war eine Freundschaft aus früherer Zeit.
Unvergesslich ist mir mein Geburtstag 2013, den ich mit Claudio auf der Terrasse seinesHauses in La Ceiba feierte. Er war ein leidenschaftlicher Modellbauer von Segelschiffen. Zunächst hielt ich das für ein Hobby von ihm. Später wurde mir klar, dass dies der tiefere Grund unserer Freundschaft war. Meine Visionen aus einer anderen Zeit bei der Besiedelung der Insel im 16.Jhrh. hatten mir gezeigt, dass ich seinerzeit schon mit Schiffsbauern verbunden war, die im Norden von Haiti im Gebiet der Stadt Cap Haitien Segelschiffe gebaut hatten. Claudio hatte, wie auch ich, eine starke Affinität zu Haitianerinnen, die auf eine frühere Zeit in einem anderen Leben gegründet war
Freund Claudio wr verheiratet mit ein haitianischen Frau und sie hatten ein Söhnchen, das er über die Massen liebte. Ich erinnere mich, als ich im Jahre 2011 noch gemeinsam mit Raymonde mit dem Versuch von Wiederaufbau der Häuser in La Saline beschäftigt war, und die Cholera in Haiti den Wiederaufbau beendete, blieb er stets nur wenige Monate in Las Terrenas. Während der Zeit seiner Abwesenheit blieb seine haitianische Frau in Las Terrenas zurück. Meine Aufgabe war es dann, ihn mit seinem inzwischen neuen Fahrzeug nach Puerto Plata zu bringen und ihn bei seiner Rückkehr wieder abzuholen. Dabei machte ich gerne Halt bei der Madonna im Strahlenkranz, dargestellt an einem Berg in der Nähe von Rio San Juan. Diese überlebensgrosse Figur ist der Madonna aus dem 12.Kapitel der Offenbarung des Johannes nachgebildet, mit der Sonne bekleidet, der Mond unter ihren Füssen, auf dem Haupt eine Krone mit 12 Sternen, die Mutter des Lebens.
Freund Claudio hatte ein schweres Schicksal, das er aber mit Fassung trug. Als ich ihn kennen lernte, war er ein fröhlicher Mensch. Er liebte es, mit Angela und mir im Meer zu baden, zum Tanzen in die Bodega Bar zu gehen und sich des Lebens zu freuen. Durch eine Operation musste der Darmausgang zum Bauchnabel hin verlegt werden, wodurch es ihm unmöglich war, im Meer zu baden. Fortan widmete er sich mehr seiner Familie, dem Modellbau und seinen Bierchen in der Mojito Bar am Palapa Beach, wo ich ihm hin und wieder Gesellschaft leistete
.5 Meine Freundschaft mit Raymonde
Meine Freundschaft mit Raymonde hatte das Potenzial, sich zu einer eigentlichen Bindung zu gestalten. Im besonderen durch ihr grossartiges Engagement in meiner haitianischen Erdbeben-Hilfsorganisation war sie mir ans Herz gewachsen. Und auch sie wäre gerne eine Bindung mit mir eingegangen. Dann kam ihre Liaison in Santo Domingo vom März 1912, durch die Susanna ins Leben gerufen wurde. In der Folge leitete sie die haitianische Wohngemeinschaft in Las Terrenas und war dort meine Stellvertreterin. Ich wohnte 2012 in Sosua, 2013 bei den Fischern in Las Terrenas und 2014 in Gernots Palmengarten. Ich blieb stets mit Raymonde freundschaftlich verbunden, während sie laufende Liaisons mit haitianischen Freunden hatte. Das führte im Jahre 2019 dazu, dass sie Zwillinge bekam mit einem haitianischen Freund, der in Florida wohnte. Vor die Wahl gestellt, ob sie in Las Terrenas oder in Florida wohnen solle, riet ich ihr, zu ihrem Freund nach Florida zu ziehen. So kamen die Zwillinge in Florida als Amerikaner zur Welt. Heute lebt Raymonde mit ihren Zwillingen bei ihrem Partner in Florida.
Ihre Kinder Steki, Chichi und Susanna leben mit Mama Madou und Bruder Alvin mit seiner
Partnerin Ingreed und Sohn Marco sowie Clifford, der Sohn des verstorbenen Bruders Jodny in der Wohngemeinschaft in Las Terrenas. Seit Raymonde in Florida wohnt, hat Alvin die Leitung der Wohngemeinschaft. Mama Madou ist die Seele der Gemeinschaft. Sie besorgt die Küche. Steki hat eine eigene Wohnung und eine Anstellung bei der Immobilien-Firma Federeal Estate.
Vrnl Ingreed, Susanna, Mama Madou, Alvin, Chichi und Marco
.6 Meine Beziehung mit Dominga
Im Jahre 2016 lernte ich Dominga kennen. Sie hatte vier schon erwachsene Kinder, war bereits mehrfache Oma und ihr Mann war durch einen Unfall verstorben. Sie verkaufte Früchte an einem Früchtestand und sie gefiel mir durch ihre fröhliche Art.
Ich wohnte damals in Pieters Haus beim Paseo direkt am Palmenwald, als ich ihr das erste Mal begegnete. Es gefiel ihr bei mir so gut, dass es nicht bei der einen Pinacolada und bei dem einen Mal bei mir blieb, sondern sie kam nun des öfteren zu mir.






